In der Schweiz heizen noch rund 230'000 Gebäude mit direktelektrischen Heizungen – Elektroradiatoren, Nachtspeicheröfen oder elektrischen Fussbodenheizungen. Diese Systeme wandeln Strom im Verhältnis 1:1 in Wärme um (COP 1,0), während eine moderne Wärmepumpe aus derselben Menge Strom die drei- bis fünffache Menge an Wärme erzeugt (COP 3,0 bis 5,0). Der Umstieg von der Elektroheizung auf eine Wärmepumpe ist daher eine der wirkungsvollsten Energiesparmassnahmen überhaupt und kann den Stromverbrauch für Heizung um bis zu 75 Prozent reduzieren.
Warum Elektroheizungen ein Problem sind
Ineffizienz im Vergleich
Eine Elektroheizung mit einem COP von 1,0 benötigt für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche rund 18'000 bis 25'000 kWh Strom pro Jahr allein für die Heizung. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem COP von 3,5 benötigt für dasselbe Haus nur 5'000 bis 7'000 kWh – eine Reduktion um 70 bis 75 Prozent. Bei aktuellen Strompreisen von CHF 0,25 bis 0,35 pro kWh bedeutet das eine jährliche Einsparung von CHF 3'000 bis 6'000.
Im Winter, wenn der Strombedarf für Heizung am höchsten ist, produziert die Schweiz weniger Strom als sie verbraucht und muss importieren – oft aus fossilen Quellen. Jede Elektroheizung, die durch eine Wärmepumpe ersetzt wird, entlastet daher die Stromversorgung genau dann, wenn es am dringendsten nötig ist.
Kantonale Ausstiegsgesetze
Immer mehr Kantone verbieten den Neueinbau von Elektroheizungen und setzen Fristen für den Ersatz bestehender Anlagen. Der Kanton Zürich hat seit 2022 ein faktisches Verbot für den Ersatz von Elektroheizungen durch neue Elektroheizungen. Der Kanton Bern verlangt bei Handänderungen den Ersatz von Elektroheizungen innerhalb einer Frist. Die MuKEn 2014 (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich) sehen ebenfalls strenge Einschränkungen für Elektroheizungen vor.
Die gesetzliche Entwicklung ist klar: Elektroheizungen werden schrittweise aus dem Schweizer Gebäudepark verschwinden. Wer jetzt proaktiv handelt, profitiert von attraktiven Förderbeiträgen und kann den Zeitpunkt des Umstiegs selbst bestimmen, anstatt unter Zeitdruck reagieren zu müssen.
Ersatzoptionen im Detail
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die häufigste und meist kostengünstigste Option. Sie nutzt die Aussenluft als Wärmequelle und benötigt keine Bohrungen oder Erdkollektoren. Kosten: CHF 22'000 bis 38'000 inklusive Installation und Anpassungen am Heizsystem. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt bei 2,8 bis 3,8. Das Aussengerät erzeugt Betriebsgeräusche, weshalb die Platzierung sorgfältig geplant werden muss, um Nachbarn nicht zu stören.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde)
Effizienter als die Luft-Wasser-Variante, da die Erdtemperatur in 100 bis 200 Metern Tiefe ganzjährig konstant bei 10 bis 12 Grad liegt. Die JAZ liegt bei 3,5 bis 5,0. Kosten: CHF 38'000 bis 60'000 inklusive Bohrungen. Die Bohrungen erfordern eine geologische Bewilligung und sind in Grundwasserschutzgebieten nicht überall möglich. Dafür ist das System leise und arbeitet auch bei extremer Kälte effizient.
Herausforderung: Wärmeverteilsystem
Viele Gebäude mit Elektroheizung haben keine wasserführende Wärmeverteilung (Heizkörper oder Fussbodenheizung). In solchen Fällen muss ein komplett neues Verteilsystem installiert werden, was die Kosten erheblich erhöht. Optionen sind nachträgliche Fussbodenheizung (dünnschichtig, 15 bis 30 mm Aufbauhöhe), Deckenheizung/-kühlung (Kapillarrohrmatten), Heizkörper (kompakte Niedertemperaturheizkörper) oder Klimasplit-Geräte (Luft-Luft-Wärmepumpen) als kostengünstige Alternative.
Luft-Luft-Wärmepumpen (Split-Klimageräte im Heizmodus) sind die kostengünstigste Lösung für den Elektroheizungsersatz, wenn kein wasserführendes Verteilsystem vorhanden ist. Pro Raum wird eine Inneneinheit installiert, die direkt warme Luft abgibt. Kosten: CHF 3'000 bis 5'000 pro Gerät inklusive Installation. Der COP liegt bei 3,0 bis 4,5. Diese Lösung eignet sich besonders für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.
Kosten und massive Energieeinsparungen
| System | Investition | Jährliche Einsparung | Amortisation |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-WP | CHF 25'000–40'000 | CHF 3'000–5'000 | 6–10 Jahre |
| Sole-Wasser-WP | CHF 40'000–60'000 | CHF 3'500–5'500 | 8–14 Jahre |
| Luft-Luft-WP (Split) | CHF 10'000–20'000 | CHF 2'500–4'000 | 3–6 Jahre |
Förderungen: Bis zu CHF 10'000 und mehr
Der Ersatz einer Elektroheizung durch eine Wärmepumpe wird in der Schweiz besonders grosszügig gefördert, weil die Energieeinsparung so hoch ist. Das Gebäudeprogramm des Bundes zahlt CHF 2'000 bis 4'000 für den Heizungsersatz. Viele Kantone legen nochmals CHF 3'000 bis 7'000 obendrauf. Einige Elektrizitätswerke (EKZ, CKW, BKW etc.) bieten zusätzliche Beiträge von CHF 1'000 bis 3'000, da der reduzierte Stromverbrauch ihre Netzbelastung senkt.
In Summe können die Förderbeiträge CHF 6'000 bis 14'000 erreichen – je nach Kanton, Gebäudetyp und gewähltem System. Zusätzlich sind die Kosten steuerlich als werterhaltende Investition absetzbar, was bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent nochmals CHF 5'000 bis 15'000 Steuerersparnis bringt. Die effektiven Nettokosten des Umstiegs werden damit oft auf weniger als die Hälfte der Bruttoinvestition reduziert.
Installationsherausforderungen
Der Umstieg von Elektroheizung auf Wärmepumpe bringt einige technische Herausforderungen mit sich, die sorgfältig geplant werden müssen. Die Elektroinstallation muss angepasst werden, da die Elektroheizung einen erheblichen Anteil des Hausanschlusses belegt hat. Die frei werdende Kapazität kann teilweise für die Wärmepumpe genutzt werden. Ein Warmwasserspeicher muss installiert werden, wenn die Elektroheizung bisher auch das Warmwasser erzeugt hat. Platz für die Wärmepumpe (innen oder aussen) muss gefunden werden.
Bei Mehrfamilienhäusern ist die Koordination mit der Eigentümergemeinschaft und die Abstimmung des Gesamtkonzepts entscheidend. Eine zentrale Wärmepumpe mit wasserführender Verteilung ist in der Regel effizienter als dezentrale Lösungen, erfordert aber die Zustimmung aller Eigentümer und eine aufwändigere Installation.
Schritt-für-Schritt zum Umstieg
1. GEAK Plus erstellen lassen (Förderung möglich). 2. Fördermöglichkeiten bei Kanton und EW abklären. 3. Offerten von zwei bis drei spezialisierten Installateuren einholen. 4. Förderbeiträge VOR Baubeginn beantragen. 5. Installation planen (idealerweise Frühjahr/Sommer). 6. Steuerliche Absetzung in der Steuererklärung geltend machen.
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